Das Essritual mit dem Namen Dinner à la française entwickelte sich aus Modellen im Mittelalter und der Renaissance und wurde das dominierende System im achtzehnten Jahrhundert. Es wurde eingeteilt in zwei Gänge und einem Dessert. Aufbau
Essen, Kerzen, Salz und Ornamente wurden möglichst sorgfältig nach Hierarchie und Symmetrie auf dem Tisch verteilt. Durch diese strenge Ordnung war es möglich viele Gerichte auf einmal auf dem Tisch zu bringen, um damit den Eindruck von Fülle und Reichhaltigkeit zu erzeugen.
Alle Gerichte des ersten Ganges wurden auf einmal auf den Tisch gestellt. Darunter die Suppe welche als erstes gegessen wurde. Nachdem die Suppenteller abgeräumt waren, konnten die Gäste die relevés „removes“ [ eng.] (z.B. zwei Fische oder geröstetes Lamm und Truthahn en daube) wie auch die entrées „Starter" (z.B. Seezunge, Kotelett, Zunge, vol-au-vent, Hünchen, süßes Brot, Spickaale) essen. Vervollständigt wurde das Bild von zwei großen entremets (z.B. Kuchen und Fisch). Zudem wurde das Essen im ersten, wie ab und an im zweiten Gang, von hors d` ouevres („outside“ the main „works“) (z.B. kleine Kuchen, Artischocken, Tunfisch in Marinade, Austern, Eier, Rettich), welche nicht wie heute zeitlich vor dem Essen platziert, sondern um die großen Kreationen verteilt wurden.
Der zweite Gang wurde mit dem abtragen der Gerichte des Ersten und dem auswechseln der Tischdecke eingeläutet. Bei diesem wurden dann die wirklich großen Braten auf den Tisch gehoben. Die spektakulären Gerichte hießen pièce de résistance. Wobei sich Gourmets des 19. Jahrhunderts gerne als „Angreifer“ sahen, welche das besondert begehrte Stück attackieren, als währe es eine Festung. Eine andere Theorie zu dieser Phrase besagt, dass die Gäste „widerstehen“ müssten um nicht zu viel von dem Gericht zu essen, um die anderen hervorragenden Kreationen nicht zu verpassen.
Begleitet wurden diese großen Gerichte von z.B. Salat, Gemüse und süßen entremets (z.B. Cremes, Marmeladen, Speiseeis) und somit war der zweite Gang wie zweites komplettes Mahl.
Beim dritten und letzten Gang wurde das Dessert (z.B. Käse, Süßspeisen, Torten und Früchte), welches vom französischen desservi „abdecken" abstammt, aufgetischt. Dabei wurde alles abgedeckt und die Tischdecke ausgewechselt oder weggelassen, so dass das Dessert gleich auf dem Holztisch serviert wurde. Somit diente das Dessert dem reinigen und abdecken des Tisches.
Es kam auch vor, dass Teile des Desserts als ambigu schon zu beginn mit auf den Tisch gestellt wurden, wobei diese aber erst im letzten Gang, zum Dessert verzehrt werden durften.
Im Mittelalter wurde das Messer von den Gästen mitgebracht. Nur der Adel hatte Messer, welche im speziellen der Nahrungsaufnahme gewidmet waren. Im Allgemeinen wurden Messer aber allzeit am Körper getragen und für alle möglichen Dinge des alltäglichen Lebens genutzt, wobei eines das Essen war. Daher glich das Messer eher einem Dolch, mit zwei scharfen Kanten und einer Spitze. Somit war die Gewalt beim Essen immer präsent.
Das Messer wurde aber nicht nur zum Schneiden des Fleisches genutzt. Denn
die Gabel wurde zum essen selber noch nicht gebraucht, daher nutzte man die Spitze zum aufspießen, und die Klinge als „Schaufel", mit der die Nahrung zum Mund balanciert werden konnte. Da Schwerter wie auch Messer phallisch und maskulin , was es auch Brauch das der Mann, an festlichen mittelalterlichen Tafeln, die Frau mit geschnittenem Fleisch zu versorgen.
Im laufe der Geschichte und teils verbunden mit ausgrenzen der Gewalt zu Tisch, verloren die Messer eine der zwei Klingen, womit sie die Finger, beim manierlichen halten, nicht verletzen konnten. Später wurde dann auch ihre Spitze, wie wir sie heute kennen, abgerundet. Allein das Steak Messer, welches mit rotem Fleisch und zur Sache kommen, assoziiert wird, hat eine archaische Form beibehalten.
Ein Löffel ist eine Schüssel mit einem Arm daran, womit wohl der älteste Löffel die Hand ist, welche das Wasser schöpft. Jede Kultur hat ihre eigenen Löffel kreiert, aus Muscheln, Kokosnüssen, Knochen, Kürbissen, Bernstein, Elfenbein, Steinen, Holz, Metall, Porzellan und vielem mehr. Es ist das einfachste, (Babys beginnen mit dem Löffel zu essen), vielseitigste und sicherste Werkzeug zu Tisch. Wohl aus dem Grund der Einfachheit und damit verbunden Infantilität, ist der Löffel nicht so Prestigeträchtig wie Messer und die Gabel. Aber dennoch ist der Löffel jenes Objekt welches mit Warmherzigkeit und Zuneigung in Verbindung gebracht werden kann, ebenso wie der Löffel für nährend und unbedrohlich angesehen wird. Daher kommt es wohl das wir im Aberglauben den Löffel als kleine Menschen imaginieren, die wenn sie auf den Tisch fallen, einen ankommenden Besucher verkünden, oder wenn sie in einer Soßiere zu zweit landen, eine anstehende Hochzeit imaginieren. Löffel werden auch als Geschenke gerne gesehen und sind in Wales als fein gravierte Liebeslöffel Tradition. Wie auch ein alter englischer Brauch zum Weihnachtsessen, die Löffel für nicht anwesende Freunde, heben lässt.
Im Mittelalter wurden die theatralischen Belustigungen zwischen Gängen (z.B. Singen, Jonglieren, Theater mit Masken als Reflektion der aktuellen Politik, Schwerttanz etz.),
entremets (entre [zwischen] den mets [Gängen]) genannt. Wobei dieser Begriff im laufe der Zeit Wandlungen ausgesetzt war und dann auch für Entertainment in Form von vollendeten Speisen oder Tischdekorationen herangezogen wurde. Zum Beispiel eine Speise in Form eines Schlosses oder für den Anlass aufwendig geschnitzte Skulpturen, welche am Ende Ehrengästen mitgegeben werden konnten. Der Anlass war die Gäste zu beeindrucken und zu erfreuen, so dass die Gäste etwas Unvergessliches hatten über das sie sich unterhalten konnten. Die entremets im 18. und 19. Jahrhundert wandelten sich vollständig zu essbaren Gerichten, welche zwischen denn mets (Hauptgängen) eingenommen werden konnten und daher weniger ernsthaft waren wie zum Beispiel die pièces de résistance.